Eröffnungsvortrag

Über die Forschung der Ursachen menschlichen Verhaltens, FABRICE CLEMENT

FABRICE CLEMENT ist Forscher und hat einen Lehrauftrag an der Universität Genf.

"Der Mensch ist ein so komplexes Lebewesen, dass sich die Forschung in unzählige Disziplinen aufgespaltet hat, die sich schwer tun miteinander zu kommunizieren. Die Psychologen klagen die Soziologen an abstrakte Einheiten anzuwenden, die nicht für experimentelle Untersuchungen gebraucht werden können; die Soziologen werfen den Psychologen ihr verstückeltes Vorgehen und die Vernachlässigung sozialer Determinanten vor; die Biologen beschuldigen die Psychologen und Soziologen ihre Erklärungseinheiten so zu begründen, dass es von einem wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet wenig überzeugend ist. Von einem ökumenischen Standpunkt betrachtet, könnte man sagen, dass wahrscheinlich jede dieser Erklärungen etwas Wahres hat. Das verpflichtet ernsthaft über die Natur der relevanten Erklärungen nachzudenken, um über das Verhalten des Menschen berichten zu können.
Wie sind unsere Handlungen „determiniert“ und welche Kausalitäten können in unseren Erklärungsmodellen zugelassen werden?
Wie interagieren die biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren – falls es gelingt diese in „ontologisch korrekten“ Begriffen zu spezifizieren – in unserem Gehirn?
Inwiefern ist die Evolutionstheorie aussagekräftig genug, um über die Handlungen unserer Zeitgenossen zu berichten? Das sind einige der Fragen, denen wir während dieses Vortrags nachgehen werden, um einen naturalistischen Ansatz der Humanwissenschaften kennen zu lernen."

Abschluss-Konferenz

Literary and philosophical texts as symbolic resources: an ongoing project, Tania Zittoun

Adolescence is known as a period of intense change and personal redefinition. It has been shown that, in such periods of transitions, young people can find in their everyday environment movies, songs, or literature texts, and use them so as to support the developmental processes in which they are engaged. We have called such uses of texts symbolic resources. But as young people spend most of their times at school, why wouldn’t they use the literary and philosophical texts they meet in the classroom for the same purpose? This presentation will take a socio-cultural perspective on developmental and educational issues. After having introduced the notion of symbolic resource, I will present a current FNS research project in which we examine whether young people can use literary or philosophical text as symbolic resources. My emphasis will be on the methodological choices made to capture such phenomena.